Warum wir immer an die Zukunft denken und so wenig im Jetzt leben

 

„Lebe wohl.“ Sagte der Fuchs. „Hier ist mein Geheimnis. Es ist sehr einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Wiederholte der kleine Prinz, um es sich einzuprägen.

 

Welch wahre und weise Worte (vom Fuchs und dem kleinen Prinzen aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry). Sie begleiten mich gefühlt schon mein ganzes Leben lang. Trotzdem vergesse ich sie im Alltag so oft und überlasse meinen Augen das Sehen. Der Alltag ist schnell, herausfordernd und manchmal auch erschöpfend. Aber anstatt innezuhalten, suche ich mir ständig neue Ziele. Ich frage mich, was ich noch alles in meinem Leben erreichen will. Beginne mit einer Sache und habe direkt wieder die nächste im Kopf. Ich mag Herausforderungen und ich mag es, ein Ziel vor Augen zu haben. Aber ich vergesse dabei auch häufig innezuhalten und den jetzigen Moment zu fühlen und mir Zeit zu nehmen auf mein Herz zu hören.

 

Wenn wir unseren Lebensweg betrachten, gibt es immer eine äußere und auch eine innere Absicht. Die äußere Absicht unseres Lebensweges den wir gehen, ist die, unsere Ziele zu erreichen und unsere Wünsche zu verwirklichen. Zu träumen, an entfernte Orte zu Reisen und uns immer wieder neue Dinge vorzunehmen. Sie ist in die Zukunft gerichtet. Sie motiviert uns. Sie hilft uns voranzukommen und zu schaffen, was wir uns vornehmen. Wenn wir aber ständig damit beschäftigt sind, uns über unsere Zukunft Gedanken zu machen und ihr unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken, vergessen wir die innere Absicht unseres Weges. Diese hat nämlich wenig mit dem „wohin“ wir wollen, oder „was“ wir wollen zu tun, sondern damit „wie“ wir es tun.

Unsere innere Absicht ist nicht in die Zukunft gerichtet, sondern in den Moment, der gerade ist. Wie fühlen wir uns. Wie nehmen wir etwas wahr. Was lösen bestimmte Dinge in uns aus. Dabei geht es nicht darum, was wir eben getan haben oder gleich vorhaben, sondern was wir in diesem Moment fühlen.

 

Wobei ich wieder an die Worte des kleinen Prinzen denken muss. Unser Herz sieht und fühlt das, was jetzt gerade ist. Unser Herz kann nur das wahrnehmen, was in diesem Moment ist. Was im nächsten Moment passiert wissen wir nicht. Wir können unseren Herzschlag immer nur im selben Moment wahrnehmen. Wir wissen zwar, dass unser Herz auch noch in zehn Minuten schlagen wird, aber noch existiert dieser Herzschlag nicht und wir können ihn auch noch nicht fühlen.

 

Wir sind voller Antrieb und Ideen für die Zukunft. Voller Planungen und Zweifel was morgen sein wird. Gedanken und Hoffnungen an die Zukunft geben uns Kraft und helfen uns weiter zu gehen. Aber wir sollten auch auf die Schritte, die wir gerade tun achten. Darauf, was jetzt in diesem Moment passiert.

Ich merke so häufig erst später, wie unbewusst ich durch die letzten Wochen gegangen bin. Wie ich darauf gewartet habe, dass irgendein bestimmter Tag kommt. Darauf, dass eine stressige Zeit vorbeigeht oder ein lang ersehnter Moment endlich kommt. Der dann aber auch so schnell wieder vorbei ist. Ich merke dann, ganz plötzlich, wie schnell die letzten Monate vergangen sind und wie die Jahre dahinfliegen - und wie traurig mich das macht.

 

Unsere Augen sind schnell, sie eilen voraus, wollen das Ziel erblicken und bleiben dann daran haften. Dabei vergessen wir so oft nach rechts und links zu schauen, oder innezuhalten. Unser Herz zu fragen. Den Moment zu fühlen. Das, was gerade in diesem Moment passiert bewusst wahrzunehmen.

Das Morgen erscheint häufig so viel spannender. Das Gefühl ein neues Ziel zu erreichen so viel schöner, als den jetzigen Moment, der einem so unspektakulär vorkommt, zu betrachten. Aber dass dieser Moment der gerade ist, gleichzeitig auch der ist, über den wir gestern und vorgestern nachgedacht haben, vergessen wir schnell, da unsere Augen schon wieder woanders sind.

 

Wie wir das ändern können? Vielleicht indem wir einfach mal die Augen schließen und versuchen auf unseren Herzschlag zu hören.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Florentien (Donnerstag, 20 September 2018 20:25)

    So wahr und so schön geschrieben liebe Carina❤

Willkommen

Immer steil nach oben. So einen Lebensweg wünscht sich jeder. Doch kaum einer hat ihn. Bei mir ist es eher ein Auf und Ab. Der Grund für mein Auf und Ab ist die Mukoviszidose. Eine chronische Krankheit.

Wie man mit so einer Krankheit positiv und motiviert bleibt? Gute Frage - genau darüber möchte ich  schreiben. Ich möchte euch Mut machen euren Weg zu gehen und von meinem erzählen.

Ich bin Carina und dieser Blog ist für Dich!

 

P.S. Du möchtest mehr über mich, meinen Alltag und meine Gedanken erfahren? Auf Instagram unter "damnbrave" poste ich regelmäßig Beiträge.